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05.03.04 Trostberger Tageblatt  
Ziel: Mehr Güter auf die Schiene
Erster Schritt im europäischen Verkehrsprojekt AlpFRail, Bayern gibt 140 000 € Zuschuss
Salzburg/Prien. Die Unternehmen in Bayern und Öserreich bekommen mehr Angebote im Schienengüterverkehr über die Tauern und ein bessere Anbindung an die Mittelmehrhäfen in Norditalien und Slowenien. Das Logistik-Kompetenz-Zentrum in Prien am Chiemsee (LKZ) hat im Auftrag des österreichischen Verkehrsministeriums den "Aktionsplan Tauernbahn" erarbeitet.

Er sieht für den Güterverkehr zusätzliche Züge auf der Route München-Salzburg-Villach nach Triest und Koper und direkte Anbindungen an die Häfen vor. Die Ergebnisse des Aktionsplans haben der österreichische Vizekanzler Hubert Gorbach, die Landesräte von Kärnten und Salzburg, Gerhard Dörfler und Walter Blachfellner, sowie LKZ - Geschäftsführer Karl Fischer in Salzburg präsentiert.
Vizekanzler Hubert Gorbach wies auf die ständig steigenden Verkehrsströme auf den österreichischen Straßen hin. "Deshalb ist die Verlagerung des Güterverkehrs auf umweltfreundliche Verkehrsträger wie die Schiene einzentrales verkehrspolitisches Anliegen".

Nach den Vorschlägen des LKZ wird es zwischen Triest und dem Raum Salzburg/Bayern für täglich vier Zugpaare feste Verbindungen von der Schiene auf den Schiffsverkehr geben. Zwischen München/Villach/Triest und Koper wird eine Direktverbindung eingerichtet. Sie soll die Südhäfen an die bayerischen und Salzburger Wirtschaftszentren anbinden. "So verkürzen wir die Laufzeiten für den Gütertransport per Schiff nach Osteuropa und Asien um drei bis vier Tage", erklärte Fischer. "Durch diese Verbesserungen und die Beseitigung von Schwachstellen auf der Tauernstrecke kommen täglich 5000 Lastwagen von der Straße auf die Schiene, das sind 18 zusätzliche Züge am Tag".

Bei ihrer Analyse der Tauernstrecke entdeckte Fischer und sein Team 47 Schwachstellen. So haben die Bahnen inkompatible Datensysteme, es gibt doppelte Zugkontrollen, und in den Umschlagterminals bestehen zum Teil erhebliche Kapazitätsengpässe. Für die Kunden gibt es außerdem keine durchgängigen Informationen von der Verladung bis zu Ankunft der Transportgüter.
Ähnliche Probleme sieht Karl Fischer auch auf anderen Routen. "Die Analyse zeigt beispielhaft, dass die Potenziale im internationalen Schienengüterverkehr längst nicht ausgeschöpft sind".

Der Aktionsplan Tauernbahn ist ein erster wichtiger Mosaikstein im europäischen Verkehrsprojekt "Alpine Freight Railway", kurz AlpFRail. Die Europäische Union hatte dem Priener Kompetenzzentrum die fachliche Leitung dafür übertragen (wir berichteten). Ziel ist es, in ganz Europa mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlegen. Der "Aktionsplan Tauernbahn hat beispielhaft gezeigt, wie so etwas funktionieren muss", betonte Fischer. Verkehrsträger, Fachleute und Politiker verhandelten an einem Tisch über die Verbesserungen. Das beschleunigte die Arbeit erheblich. Fischer appellierte an Politiker und Vertreter der Bahnen in Deutschland und den anderen Alpenländern, im Projekt AlpFRail an einem Strang zu ziehen. "Unser Motto heißt: grenzüberschreitend denken, vereinfacht handeln".
Auch der Salzburger Landesrat Walter Blachfellner forderte ein grenzüberschreitendes Handeln in der EU-Verkehrspolitik. "Wenn man bedenkt, dass derzeit jede achte Tonne an Ladung im Güterverkehr im EU-Raum über die Alpen transportiert wird und davon ein Großteil auf der Straße, erkennt man die Dimension", sagte Blachfellner. "Das Transitproblem ist ein gesamteuropäisches Problem, das nur in europäischer Zusammenarbeit gelöst werden kann". "Das Projekt Tauernbahn verbinde deshalb bewusst die besonders dynamischen Wirtschaftsräume Süddeutschlands mit Norditalien". "Hinzu kommt, dass der Handelsweg über Mitteleuropa und dem Ostasiatischen Raum derzeit über Hamburg verläuft. Der Weg über die Adriahäfen ist um drei Tage kürzer".

Langfristig erwartet Vizekanzler Hubert Gorbach auf der Tauernstrecke noch höhere Kapazitätssteigerungen. Der Generalverkehrsplan der österreichischen Regierung sieht bereits Ausbaumaßnahmen vor. Dadurch könnten spätestens ab 2006 zusätzlich bis zu 30 Prozent mehr Güterzüge gegenüber 2003 eingeplant werden. "Gleichzeitig können damit die Fahrzeiten deutlich reduziert werden". Insgesamt soll die Kapazität nach Berechnungen des LKZ nach der Beseitigung der Schwachstellen, dem durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Strecke und dem verbesserten Zugangebot um 89 Prozent gegenüber 2003 erhöht werden.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium stellt 140 000 € aus seinem Fördertopf "Innovationen im Verkehrsbereich" für AlpFRail zur Verfügung. Hauptsponsor des rund drei Millionen Euro umfassenden Vorhabens ist die EU, die aus ihrem Programm Intereg IIIB 1,5 Millionen Euro gibt. An der Kofinanzierung sind neben dem Freistaat Bayern auch der Bund, das Land Baden-Württemberg, Regionen aus dem Alpengebiet von Frankreich bis Slowenien und Verkehrsunternehmen wie die DB AG beteiligt.
Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu sieht die Fördergelder gut angelegt: "Beim Verkehr in so hochsensiblen Gebieten wie dem Alpenbereich müssen wir noch stärker darauf hinarbeiten, mehr Güter auf die Schiene zu bringen und die Straßen zu entlasten". Wiesheu bezeichnete es als äußerst positiv, dass erstmals eine Gesamtbewertung der Verkehrsprobleme des Güterverkehrs über die Alpen vorgenommen wird. Erfreut ist Wiesheu auch darüber, dass sich bei der Vergabe des Gesamtprojekts das LKZ Prien in dem EU-weiten Wettbewerbsverfahren durchgesetzt hat. Der Freistaat hatte den Aufbau des LKZ mit 1,5 Millionen Euro unterstützt.
Nach Prognose des Münchner ifo Instituts wird der alpenquerende Güterverkehr gegenüber 1999 bis zum Jahr 2015 um noch einmal 72 Prozent zunehmen. Allein über den Brenner sollen in zwölf Jahren jährlich 58 Millionen Tonnen an Güter befördert werden, 1999 waren es noch 33 Millionen Tonnen.

Das Projekt AlpFRail wird in Bayern erstmal auf dem dritten internationalen Symposium "Logistik innovativ" am Mittwoch und Donnerstag, 12. und 13. Mai in Prien der Öffentlichkeit präsentiert.
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TCC Meeting am 13.07.2006 in Ulm
 
 
TCC Meeting am 09.05.2006 in Prien am Chiemsee
 
  26.-27.1.2006
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Alpine Space Seminar
30.06.05/01.07.05 Salzburg
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  16.06.05 Workshop Venedig
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Präsentation des Aktionsplans Tauern
mit Vizekanzler Gorbach in Salzburg am 06. Februar 2004