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29.02.04 PM 49 / 04  
Wiesheu: "Vom Projekt profitiert auch Bayern!"
Verkehrspolitik / Güterverkehr
Bayern gibt 140.000 Euro für supranationales Verkehrs-Forschungsprojekt AlpFRail / Priener Logistik-Kompetenz-Zentrum untersucht erstmals gesamten alpenquerenden Güterverkehr.

Wiesheu: "Vom Projekt profitiert auch Bayern!"

MÜNCHEN Grünes Licht aus Bayern für ein neuartiges Projekt im
Alpenverkehr: Das Bayerische Wirtschaftsministerium stellt 140.000 Euro aus seinem Fördertopf ''Innovationen im Verkehrsbereich'' für den ''Alpine Freight Railway'' (AlpFRail) zur Verfügung. Bei diesem Projekt sollen unter der Leitung des Logistik-Kompetenz-Zentrums Prien bis zum Jahr 2007 erstmals der gesamte alpenquerende Güterverkehr mit allen Zu- und Abläufen untersucht und im Anschluß daran ein Pilotversuch gestartet werden. Hauptsponsor des rund drei Millionen Euro umfassenden Vorhabens ist die EU, die aus ihrem Programm INTERREG IIIB 1,5 Millionen Euro gibt. An der Kofinanzierung sind neben dem Freistaat Bayern auch der Bund, das Land Baden-Württemberg, Regionen aus dem Alpengebiet von Frankreich bis Slowenien und Verkehrsunternehmen wie die DB AG beteiligt. Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu sieht die Fördergelder gut angelegt. "Beim Verkehr in so hochsensiblen Gebieten wie dem Alpenbereich müssen wir noch stärker als in anderen Regionen darauf hinarbeiten, mehr Güter auf die Schiene zu bringen und die Straßen zu entlasten. Davon profitiert letztendlich auch Bayern als Transitland am Fuße der Alpen", erklärte der Minister.

Wiesheu bezeichnete es als äußerst positiv, daß erstmals eine Gesamtbewertung der Verkehrsprobleme des Güterverkehrs über die Alpen vorgenommen wird. Bisher waren stets nur punktuelle Betrachtungen des Verkehrsgeschehens wie zum Beispiel bei der Brenner- oder der Tauernachse gemacht worden. "Erfreulich ist, daß es gelungen ist, Länder und Regionen aus sechs Nationen mit ins Boot zu holen. Es macht keinen Sinn, sich beim alpenquerenden Verkehr gegeneinander auszuspielen. Alle müssen an einem Strang ziehen! Nur so kommen wir zu einem intelligenten Schienenknoten-Netzwerk, durch das Güter schnell von der Quelle bis zum Ziel, also zum Beispiel von Hamburg nach Bari, transportiert werden können. Denn nur dann sind die Bahnen gegenüber dem Lkw wettbewerbsfähig", betonte der Minister.
Erfreut zeigte sich Wiesheu, daß sich bei der Vergabe des Gesamtprojekts das Logistik-Kompetenz-Zentrum Prien in einem EU-weiten Wettbewerbsverfahren durchgesetzt hat. "Gerade damit erfährt unsere Untersuchung zur Beschleunigung des kombinierten Verkehrs zwischen München und Verona, mit der wesentliche Anstöße zur Verbesserung und Beschleunigung des Schienengüterverkehrs erreicht werden konnten, eine Fortsetzung im gesamten Alpenraum", sagte der Minister. Der Freistaat Bayern hatte den Aufbau des Logistik-Kompetenz-Zentrums Prien mit 1,5 Millionen Euro unterstützt. Für das dort untersuchte Projekt ''Kombinierter Verkehr München - Verona in 6 Stunden'' hatte Bayern weitere 400.000 Euro Förderung im Rahmen der High-Tech-Offensive bereitgestellt.

Jede achte Tonne der Handelsgüter innerhalb der EU überquert die Alpen, das Gros davon wird auf der Straße transportiert. Nach Prognosen des Münchner ifo Instituts wird der alpenquerende Güterverkehr gegenüber 1999 bis zum Jahr 2015 um noch einmal 72 Prozent zunehmen. Allein über den Brenner sollen in zwölf Jahren jährlich 58 Millionen Tonnen an Gütern befördert werden. 1999 waren es noch 33 Millionen Tonnen.

AlpFRail wird in Bayern erstmals auf dem zum dritten Mal stattfindenden internationalen Symposium ''Logistik innovativ'' am 12./13. Mai 2004 in Prien der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet auf der Homepage des Logistik-Kompetenz-Zentrums Prien unter der Adresse www.lkzprien.de.
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