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| 28.02.04 Schwäbische Donauzeitung |
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Ware auf kürzestem Weg über die Alpen
VERKEHR / Fracht soll verstärkt auf die Schiene |
Mit dem Projekt "Alpine Freight Railway" sollen mehr Güter per Zug über die Alpen rollen. Beteiligt sind der Regionalverband und Partner aus sechs Ländern. Der Kunde aus Heidenheim, ein Hersteller von Großturbinen, ruft auf seinem PC das Informationssystem über die alpinen Transportwege auf. Ersatzteile sollen in ein ägyptisches Kraftwerk gelangen. Er gibt seinen Standort ein und als Ziel den slowenischen Hafen Koper. Sekunden später werden ihm zwei Alternativen angeboten. Vom Containerbahnhof Dornstadt aus kann er die Fracht auf dem kürzesten Weg über München-Salzburg-Ljublijana zu dem Adriahafen schicken. Als zweite Route steht Zürich-Mailand-Verona-Koper zur Verfügung. Obwohl der Weg deutlich länger ist und die Fracht in Mailand eine Nacht auf den weitertransport warten muss, wählt der Kunde diese Strecke. Die Gotthard-Bahn hat gerade zur Eröffnung des längsten Einsenbahntunnerls der Welt einen Sonderrabatt eingeräumt. Der spart erheblich Kosten. Bei den Maschinenteilen kommt es auf den einen Tag nicht darauf an. Ein Kunde mit verderblichen Lebensmitteln hätte sicherlich die Alternative eins gewählt. Das ist alles Zukunftsmusik. Denn der Gotthardtunnel eröffnet erst 2011 und der Containerbahnhof Dornstadt ist noch nicht gebaut. So wird das Heidenheimer Unternehmen wie bisher seine Produkte über einen Neckarhafen nach Rotterdam bringen, Ägypten über Gibraltar ansteuern lassen und drei Tage Verlust hinnehmen. Auch das Programm das Schiene und Straße verknüpft wird erst entwickelt. Es ist das Kernstück des Projektes "Alpine Freight Railway", kurz "AlpFRail" genannt. Vorgestellt wurde es dieser Tage vom Regionalverband Donau-Iller, der für weitere drei baden-württembergische Verbände die Fäden in der Hand hält. Weiter Partner sind Ministerien, Regional- und Umweltverbände und Kammern aus insgesamt sechs Ländern. Die Statistik spricht für die Idee. Jede achte Tonne des zwischenstaatlichen europäischen Handels muss über die Alpen. Allein 600 000 Tonnen jährlich, 40 Prozent des hiesigen Handels werden zwischen Oberitalien und dem süddeutschen Raum verfrachtet. Bürokratische Hürden "Unser System soll das Schienennetz im Alpenraum intelligent verknüpfen", erläuterte der Geschäftsführer des Regionalverbands Julian Osswald. Bisher mangelte es weniger an vorhandenen Schienenwegen als an bürokratischen Hürden. Ein deutscher Lokomotivführer dürfe zum Beispiel nicht in Italien fahren. Es würden zu wenige Loks eingesetzt, die auf die unterschiedlichen Stromnetze umgestellt werden können. "Wir müssen verkrustete Strukturen verlassen", forderte Osswald. Er hofft, täglich 100 Brummis von der Straße zu bekommen. Das Logistik-Zentrum liefert das Know-how für das Projekt. Hat das Programm den Probelauf bestanden, soll bis 2007 ein "Handbuch" erstellt werden. Es dient als Grundlage für eine europaweite Ausschreibung, die die Eisenbahnbetreiber auffordert, den geforderten Schienen-Part zu übernehmen. "Wir sehen uns als 'Kümmerer' dafür, dass Straße und Schiene zueinander finden", sagte Osswald.
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16.06.05 Workshop Venedig
Vorträge verschiedener Teilnehmer als PDF.
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