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Alpine Freight Railway
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Karl Fischer Geschäftsführer LKZ Prien GmbH
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22.11.2006  
Schienengüterverkehr in den Alpenländern jetzt Chefsache. Erfolgreiche Abschlussbilanz des EU-Projekts "AlpFRail"

Die politischen Entscheidungsträger der Alpenländer wollen die Verlagerung des Schienengüterverkehrs von der Straße auf die Schiene voranbringen. Viel versprechende Konzepte dafür haben 17 beteiligte Partner und 11 Beobachter des  EU-Projekts „Alpine Freight Railway“ - kurz „AlpFRail“ - unter der Gesamtleitung des Priener Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) erarbeitet. Der Geschäftsführer des LKZ, Karl Fischer, zieht deshalb zum Abschluss des Projekts eine positive Bilanz. „Durch eine innerstaatliche und transnationale Vernetzung, angefangen von Landkreisen  bis hin zu politischen Entscheidungsträgern unterschiedlicher Länder, ist es uns gelungen, dass das Thema Schienengüterverkehr im Alpenraum zur absoluten Chefsache geworden ist“, betont Fischer. Das zeige auch die Präsenz der Politiker bei der Abschlussveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Herrn Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Berlin am Mittwoch, dem 22. November. Neben der parlamentarischen Staatssekretärin Karin Roth vom deutschen Bundesverkehrsministerium, kommen der Staatssekretär im österreichischen Bundesverkehrsministerium Helmut Kukacka, Franco Gaggia vom italienischen Umweltministerium sowie der slowenische Verkehrsminister Janez Božič. Zudem werden die Vertreter der Partner aus den Alpenregionen das Projekt aus ihrer Sicht darstellen.
Das Projekt „AlpFRail“, welches durch das INTERREG IIIB Alpenraumprogramm von der EU mit 50 % gefördert wurde, war auf vier Jahre angelegt und umfasste Gesamtkosten von vier Millionen Euro. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen hat das Projekt mit dem Bundesprogramm für transnationale Zusammenarbeit gefördert.
In fast 200 Präsentationen im gesamten Alpengebiet wurde das Projekt vielen Beteiligten und Interessierten vorgestellt. Die breite Öffentlichkeit wurde in über 100 Publikationen und im Internet (www.alpfrail.com) aktuell und zeitnah informiert. Im Laufe des Projektes wurde immer klarer, dass nur durch Förderung durch die EU und die aktive und finanzielle Beteiligung der Regionen die gemeinsamen Lösungen erarbeitet werden konnten.
Die Besonderheit bestand in der interdisziplinären und grenzüberschreitenden Zusammen¬setzung der Arbeitsgruppen mit Vertretern aus regionaler und internationaler Politik, der Wissenschaft und der freien Wirtschaft.  „Erstmals ist es uns gelungen, ein Netzwerk kompetenter Fachleute über nationale Grenzen hinweg aufzubauen und nicht nur Studien zu erstellen, sondern tatsächlich und nachhaltig Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern“, betont der Projektleiter.
An den zahlreichen Meetings in den Alpenländern saßen nicht nur Logistiker und Vertreter von Bahnen oder Häfen, sondern auch Regionen, Provinzen, Verbände und Landesregierungen aus Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Frankreich und der Schweiz mit am Tisch. Aus diesen Treffen und dem damit vertretenen Know-how aus unterschiedlichen Regionen in der gesamten Transportkette entstand ein umfassendes soziales Netzwerk der Kompetenzträger.
Bei verschiedensten zusätzlichen Besuchen vor Ort in Hafenanlagen, in Rangierbahnhöfen und an Grenzübergängen wurden Details erörtert, auf regionaler Ebene diskutiert und in einem europäischen Masterplan zu einem Gesamtprodukt zusammengefasst. Somit entstand aus einem sozialen Netzwerk ein technisches Netzwerk. Bisher war zwar die Infrastruktur bereits netzwerkartig vorhanden, die Verkehre waren jedoch nur in einzelne Achsen organisiert (Bsp. Brennerachse). Der neue Ansatz in AlpFRail war, von einem Denken in Achsen zu einem Denken im Netzwerk zu gelangen:
„Unser Gesamtziel war ein Konzept für ein Schienennetzwerk mit Produkten aus einer Hand für den Nutzer des kombinierten Verkehrs".
Reedereien, Spediteure und Transportunternehmen erhalten durch AlpFRail Produkte, die mit den Partnern in ökonomischer, ökologischer, technischer, organisatorischer sowie in politischer und marktkonformer Hinsicht abgestimmt sind.

Effizient für den bayerisch-österreichischen Wirtschaftsraum: die Tauernachse

Der erste Projektbaustein war der „Aktionsplan Tauernbahn“. Durch technische und organisatorische Verbesserungen ermittelten die Fachleute mit Unterstützung der österreichischen Bundesbahnen auf der Strecke Salzburg-Villach-Triest freie Kapazitäten für 18 zusätzliche Züge. Das Angebot wurde vom Markt angenommen. Innerhalb eines Jahres wurden bereits zehn Züge pro Tag verkauft. Das entspricht einer Verlagerung von 45.000 LKW pro Jahr von der Straße auf die Schiene.

Ein interessantes Angebot: dank „Adriazug“ schneller am Mittelmeer und zu wichtigen Märkten

Der Transportbedarf zwischen den wichtigsten Wirtschaftsräumen in Süddeutschland, Österreich, Italien, Slowenien  mit Südosteuropa und Fernost steigt stetig an. Große Häfen wie Rotterdam stoßen durch den rasant steigenden Containerverkehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Als Folge daraus entwickelte das LKZ mit den Ländern Salzburg, Kärnten und dem österreichischen Bundesverkehrsministerium als Partner das Angebot „Adriazug“. Es ist als Ganzzugkonzept für den Überseecontainerverkehr konzipiert und könnte werktäglich zwischen München-Salzburg-Villach-Triest und Koper verkehren. Geeignete Verladeterminals sind München-Riem und Salzburg. Rechnerisch könnten mit dem „Adriazug“ 845 LKW pro Monat auf dieser Route von der Straße auf die Schiene verlagert werden.  Der erste „Adriazug“ soll Anfang nächsten Jahres über die Alpen rollen.
Ein zusätzlicher Aspekt dabei ist, dass Container aus Bayern  nicht mehr die lange Strecke zur Nordsee gefahren werden müssen, um dort aufs Schiff zu verladen, vielmehr können die Exporte über die Tauernachse zu den Häfen nach Triest oder Koper gebracht werden. Das spart einem Unternehmer aus Bayern inklusive der Seefahrt nach Asien vier bis fünf Tage Zeit (weitere Details unter: www.adriazug.com).
Unter der Federführung von Italia Marittima wird die Evergreen-Gruppe ab Frühjahr 2007 drei Zugpaare nach dem Konzept „Adriazug“ fahren.

Schneller von Bayern nach Triest dank „TrailerTrain“

Ein besonders hohes LKW-Aufkommen ist zwischen Bayern und Triest festzustellen. Um die steigende Belastung auf den Autobahnen zu vermindern, entwickelte das LKZ mit den beteiligten Partnern in „AlpFRail“ das neue Angebot „TrailerTrain“, dessen Einführung künftig jeden Tag inklusive Sonntag einen Ganzzug von Triest bis Nürnberg für unbegleitete Sattelauflieger ermöglichen könnte. „Das spart dem Unternehmer Kosten, weil er weniger Fahrer- und Zugmaschineneinsatz braucht“, sagt LKZ-Geschäftsführer Karl Fischer. „Es gibt keine Wartezeiten am Terminal, die tägliche Überquerung der Alpen ist auch an Feiertagen und in Ferienzeiten möglich. Die Zollabwicklung erfolgt in Nürnberg.“ (weitere Details unter: www.trailertrain.com).
Weitere Konzepte sind für die Strecke Mantua-Nürnberg, sowie zwischen Hof und Norditalien geplant.

Alternative Schienenangebote von Baden Württemberg nach Norditalien und an die ligurischen Hafen

Als zwei der wichtigsten Zugpferde für Europa haben Baden-Württemberg und die Lombardei besonders starke Wirtschaftsbeziehungen und einen hohen Güteraustausch. Dennoch mangelt es an direkten Schienenangeboten, welche auf den Markt zugeschnitten sind. Zahlreiche Unternehmen im Raum zwischen Stuttgart, Ulm, Augsburg und Bodensee müssen bisher ihre Güter überwiegend per LKW nach Oberitalien transportieren. Die Folge sind die bekannten negativen Umweltauswirkungen des LKW-Schwerverkehrs.
Im Projekt AlpFRail konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die Wirtschaftsräume bereits heute wirtschaftlich direkt  über die Schiene verbunden werden können. Dabei ist es nicht notwendig, neue Ganzzugangebote zu etablieren, deren Auslastung in der Anlaufsphase meist mit erheblichen Problemen verbunden ist. Die intensiven Gespräche mit Eisenbahnverkehrsunternehmen und Operateuren haben gezeigt, dass die benötigten täglichen Angebote aus der Schweiz und Österreich bereits vorhanden sind und nun sinnvoll an die Wirtschaftsräume Stuttgart, Ulm und Augsburg angebunden werden müssen.
Parallel in Deutschland und Italien durchgeführte und zwischen den Projektpartnern eng abgestimmte Befragungen lieferten mit etwa 200 existierenden Versand- und Empfangsbeziehungen die Datengrundlage für neue Schienenrelationen. Das Interesse der Befragten zeigte deutlich, dass die Nachfrage vorhanden ist, aber bisher nicht mit dem Angebot zusammen kommt. Diese Lücke kann durch das Projekt AlpFrail gefüllt werden. Mit Unterstützung des EU-Projekts konnte Baden-Württemberg bereits in zwei bestehende Schienenangebote mit den Räumen Mailand und Verona integriert werden.
Für den Raum Schwaben/Oberschwaben ist ein Netzwerksystem in Vorbereitung, das kleinere Gütermengen sammelt und verteilt. Mit diesem neuartigen Konzept soll im Laufe des nächsten Jahres eine großräumige und wettbewerbsfähige Schienenanbindung realisiert werden und somit Güterverkehr effektiv und nachhaltig von der Straße auf die Schiene verlagert werden.

Dringend nötig: technische und bürokratische Hindernisse beseitigen

Trotz dieser Erfolge gibt es noch viel zu tun. Denn nach wie vor gibt es technische und bürokratische Hindernisse. In Italien müssen noch immer zwei Lokführer eine Lokomotive steuern, unterschiedliche Stromsysteme, Sicherheitsvorschriften und verschiedene Signaltechniken verzögern den Güterverkehr über die Alpen. „Technisch wäre vieles schnell zu lösen“, betont der Projektleiter. „Doch dazu müssen auch in Zukunft alle Beteiligten unbürokratisch über die Grenzen hinweg zusammenarbeiten und die noch offenen Themen Stück für Stück abarbeiten.“ „Wir dürfen uns jetzt nicht zufrieden zurücklehnen und sagen, das war’s, sondern müssen vielmehr nach weiteren Projektbausteinen und Verlagerungsmöglichkeiten nach der AlpFRail-Methode suchen. Ich würde mir wünschen, dass sich dabei noch zusätzliche Partner beteiligen werden“, blickt Fischer optimistisch in die Zukunft.
Gerade das Projekt „AlpFRail“ habe gezeigt, dass die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zügig vorangebracht werden kann. „Wir müssen weiterhin daran arbeiten, dass die nationalen Grenzen in den Köpfen mancher Beteiligter abgebaut werden.“ Dass sich inzwischen politische Entscheidungsträger auf höchster Ebene mit diesem wichtigem Thema befassen und das das von den Fachleuten aus den Regionen erarbeitete Know how politisch umgesetzt und begleitet wird, sei der größte Erfolg von „AlpFRail“. „Wir werden mit der tatkräftigen Unterstützung unser bisherigen Partner und auch mit der Verstärkung durch neue Partner dafür sorgen, dass der Schienengüterverkehr auch in Zukunft auf der Tagesordnung bleibt, um umweltfreundliche Transportalternativen über die Alpen anbieten und von Export und Import abhängige Arbeitsplätze sichern zu können“, verspricht Fischer.


 
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  Höhepunkte
 
PDF AlpFRail Flyer
 
 
28./29.09.2006
TCC Meeting Wien
 
  März 2006
Feie Fahrt ans Mittelmeer!
Auf der Brennerautobahn ist die Belastungsgrenze erreicht.
 
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