| Pressemitteilung, 2. Rosenheimer Notfalltag |
Engere Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tirol im Rettungsdienst
Erfolg für EU-Projekt Patienten-Transport-Logistik des LKZ Prien
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Rosenheim, 10.11.2007 – Behörden und Rettungsdienste in Bayern und Tirol arbeiten künftig bei grenzüberschreitenden Einsätzen enger zusammen. Dazu wurde bereits eine Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet. So gibt es gemeinsame Schulungen für Einsatzkräfte und eine Internet-Plattform mit einer aktuellen Übersicht der Einsatzlage, die beide Seiten auf Laptops bei grenzüberschreitenden Einsätzen nutzen können. Die Verbesserungen sind das Ergebnis des EU-Projekts „Patienten-Transport-Logistik“ (PTL) des Priener Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ). Nach zweieinhalbjähriger Laufzeit stellte LKZ-Geschäftsführer Karl Fischer auf dem 2. Rosenheimer Notfalltag am 10. November den Abschlussbericht vor. „Wichtige Erkenntnisse haben uns nicht nur die gemeinsamen Workshops und Analysen gebracht, sondern auch die grenzüberschreitende Großübung im Juni“, betonte Fischer. „Dabei konnten wir in der Praxis sehen, welche Schwachstellen es zum Beispiel bei der Bildung einer gemeinsamen Einsatzleitung, bei der Patientenerfassung, der Kennzeichnung von Rettungskräften und beim Funkverkehr gibt.“ Bei der Großübung wurde der Brand auf einem Fahrgastschiff auf dem Inn bei Kiefersfelden simuliert. Partner des LKZ in dem Projekt waren der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim (ZRF) und das Land Tirol. Über zwei Jahre lang nahmen die Fachleute des Logistik-Kompetenz-Zentrums die gesamte Kette im Rettungswesen unter die Lupe – vom Anruf des Patienten in einer Rettungsleitstelle bis hin zu seiner Ankunft in einem Krankenhaus in Bayern oder Tirol. Schnell zeigte sich, dass die Unterschiede in den Strukturen und der Finanzierung der Rettungsdienste, bei den Notrufnummern, oder bei der Abrechnung von Einsätzen Reibungspunkte bei grenzüberschreitenden Einsätzen sind. Insgesamt gab es 141 Arbeitstreffen mit über 500 Beteiligten aus beiden Ländern. Im Abschlussbericht schlägt das LKZ 63 einzelne Maßnahmen vor, um den grenzüberschreitenden Rettungsdienst zu optimieren. „Nicht alles ist im Rahmen des EU-Projekts machbar“, betonte Fischer. „Einige Maßnahmen sind langfristig zu verwirklichen. Doch unser Erfolg besteht darin, dass die Arbeit weiter geht, und dass sich die beteiligten Rettungsdienste in Bayern und Tirol jetzt gut kennen und zusammenarbeiten.“ Ergebnisse des Projektes sind unter anderem:
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Bei grenzüberschreitenden Einsätzen bekommen die Einsatzleitung und die Führungskräfte eine Internet-Plattform auf Laptops. Der Zugang ist passwortgeschützt. Die Einsatzleitung kann hier die aktuellsten Daten über verfügbare Rettungskräfte, Rettungswagen und Stand des Einsatzes einpflegen und abrufen.
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Für eine gemeinsame Einsatzleitung werden Führungskräfte aus Bayern und Tirol geschult. Außerdem soll es regelmäßige Treffen geben.
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Patientendaten werden in Bayern und Tirol unterschiedlich erfasst. Auch dazu gibt es Schulungen für die Rettungskräfte.
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Einsatzkräfte aus Bayern und Tirol sind bei Einsätzen unterschiedlich gekennzeichnet. Das erschwert Führungskräften beider Länder die Kontaktaufnahme beim Einsatz. Eine erste Schulung dazu gibt es auf dem Rosenheimer Notfalltag.
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Probleme bereitet der Mobilfunk. Ein österreichisches Unfallopfer kann z.B. in Bayern noch im österreichischen Netz eingewählt sein. Sein Notruf landet in Tirol. Die Rettungsleitstellen werden deshalb einen Ablauf für die Weitergabe von Notfällen festlegen, um Zeit zu verkürzen.
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Die Abrechnung von Notfalleinsätzen ist zwischen Bayern und Tirol nicht geregelt. Probleme gibt es, wenn Einsatzkräfte über die Landesgrenze fahren, also der Unfallort aus ihrer Sicht im Ausland liegt. Das LKZ erarbeitete im Rahmen eines Workshops verschiedene Lösungsmöglichkeiten, die in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen Bayern und Tirol realisiert werden sollen.
Das EU-Projekt „Patenienten-Transport-Logistik“ (PTL) wurde von der EU im Rahmen des Interreg IIIa-Programmes zu 45 % und vom Land Bayern und Tirol und dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feueralarmierung (ZRF) finanziert. (siehe auch: www.ptl-sos.eu)
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